Punktesytem im spanischen Straßenverkehr
Ein Bericht von "EL AVISO"
Während in Flensburg die
Devise “Je weniger, desto besser!” gilt, müssen Spaniens Autofahrer
seit 1. Juli 2006 darauf bedacht sein, möglichst viele Punkte zu
behalten. Denn der große Unterschied zum deutschen Punktesystem
liegt darin, dass jeder Autofahrer ab sofort über ein Guthaben an
Punkten verfügt.
Fahranfänger, die weniger als drei Jahre Fahrerfahrung haben,
kriegen acht Punkte gutgeschrieben, Fahrer, die ihren Führerschein
länger als drei Jahre innehaben, bekommen ein Guthaben von zwölf
Punkten. Je nach Schwere des Verstoßes gegen die Verkehrsregeln
werden von diesem Guthabenkonto Punkte abgezogen. Sind die Punkte
aufgebraucht, ist der Führerschein erstmal weg – und zwar für
mindestens sechs Monate. Nach Ablauf dieser Frist muss ein
kostspieliger Kurs (320 Euro) zur “Sensibilisierung und Umerziehung“
(wörtliche Übersetzung) absolviert werden, in dessen Anschluss eine
theoretische Fahrprüfung abzulegen ist. Bei erfolgreichem Bestehen
von Kurs und Test erhält der Autofahrer ein neues Guthabenkonto von
acht Punkten. Werden in den folgenden zwei Jahren keine weiteren
Punkte abgezogen, werden dem Fahrer wieder zwölf Punkte zugestanden.
Die Strafen gliedern sich in vier Gruppen.
Zwei Punkte
Zwei Punkte werden abgezogen bei verkehrwidrigem Parken in besonders
gefährlichen Zonen wie Kurven, Tunnels, Standstreifen oder der
Busspur. Auch wer einen Radardetektor benutzt, Kinder unter zwölf
Jahren auf motorisierten Zweirädern mitnimmt oder im Tunnel ohne
Licht fährt, riskiert den Abzug von zwei Punkten.
Drei Punkte
Drei Punkte kostet es, wenn man nicht angeschnallt ist, während des
Fahrens telefoniert, Wendeverbote ignoriert oder den
Sicherheitsabstand nicht einhält.
Vier Punkte
Wenn die zulässige Personenzahl im Auto um 50 oder mehr Prozent
überschritten wird sind bereits vier Punkte fällig. Gleiches gilt
auch für das Fahren ohne entsprechenden Führerschein, riskantes
Fahrverhalten und Überholen, Überfahren von Stopschildern oder roten
Ampeln und Rückwärtsfahren auf Autobahnen. Ignoriert man die
Anweisungen von Verkehrspolizisten oder beschleunigt, während ein
anderer überholen will, werden ebenfalls vier Strafpunkte vergeben.
Vorsicht Raucher: Wer brennende Zigarettenkippen oder sonstige
Gegenstände aus dem Autofenster wirft, die Brände verursachen
können, dem werden auch hierfür vier Punkte abgezogen.
Sechs Punkte
Beim alkoholisierten Fahren wird es richtig ernst: Ein
Blutalkoholgehalt zwischen 0,25 und 0,50 Promille kostet vier
Punkte, Werte über 0,50 mg/l werden mit sechs Punkten Abzug
bestraft. Auch Fahren unter Drogeneinfluss wird mit sechs Punkten in
Rechnung gestellt – und wer sich den dementsprechenden Kontrollen
widersetzt, bekommt ebenfalls sechs Punkte abgezogen. Darüber hinaus
werden Autorennen auf öffentlichen Strassen, das Befahren von
Einbahnstrassen in die falsche Richtung sowie die Überschreitung des
Tempolimits um mehr als 50 Prozent mit der Höchststrafe von sechs
Punkten belegt.
Für gesetzestreue Autofahrer gibt es aber auch gute Nachrichten: Wer
drei Jahre lang gegen keine der Verkehrsregeln verstößt, erhält zur
Belohnung zwei Punkte gutgeschrieben, für die nächsten drei Jahre
vorbildliches Fahren gibt es dann nochmals einen Zusatzpunkt, so
dass ein maximales Guthaben von 15 Punkten angehäuft werden kann.
Die Regierung in Madrid will mit der Einführung des Punktesystems
vor allem die Zahl der Verkehrstoten senken.
Den eigenen Punktestand kann man im Internet unter
www.dgt.es
abfragen.
Text mit freundlicher Genehmigung von "EL AVISO" Mallorca Anzeiger
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Video- Palma Altstadtt |
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